Die Welt in meinem Kopf

 



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Freie Gedanken

Es ist einer dieser grauen Herbsttage draußen, der Wind weht mäßig, es ist kühl. In Berlin ist Sturm, hier aber nicht. Ich sehe aus dem Fenster, das Gebäude gegenüber ist in keinem guten Zustand. Ich höre die Autos auf der Straße fahren, immer zu und ohne merkliche Pause. Die Welt dreht sich da draußen. Und wieder denke ich an Sie, schon den ganzen morgen. Mir ist übel, aber ich versuche etwas zu essen. Gleich ist es Zeit für das Antibiotikum, das ich gestern verschrieben bekam. Unbedingt nehmen und sich schonen meinte mein Hausarzt. Ich hätte einen Virusinfekt der den Körper schwäche und somit den Bakterien erlaube meine Atemwege zu befallen. Bronchitis, irgendwie wusste ich es bevor er es aussprach. Ich kenne dieses Gefühl, wenn sich die Brust verengt und schmerzt, wenn ein keuchender Husten Luft aus meinem Mund presst. Wenn es mir einfach nur beschissen geht. Der Infekt lege sich bereits auf mein Herz, fügte er hinzu, und ich solle unbedingt körperliche Anstrengungen vermeiden. Mein Herz ist also angegriffen, dann werde ich das blöde Antibiotikum wohl nehmen müssen, auch wenn es extreme Nebenwirkungen hat und ich mich nach der Einnahme oft noch mieser fühle. Schicksaal eben. Ich versuche diese Gedanken aus meinem Kopf zu bekommen und da ist Sie wieder. Ich hoffe Ihr geht es gut. Wie es mir geht ist weniger wichtig. Ich komme zurecht. Da kommen wieder diese Extreme in mir hoch. Ich werde überleben, das tue ich immer. Wenn man bedenkt was ich alles habe. Was ist da schon so eine blöde Bronchitis. Ich habe eine Familie, Eltern, Großeltern, eine Schwester. Ich werde wahrscheinlich einmal der Erbe eines Unternehmens unserer Region sein. Ich werde dort Führung übernehmen können und Menschen haben, die mir dienen werden. Auch wenn sie es nicht so sehen. Es klingt aber verlockend. Generell beobachte ich die Menschen und einige dienen mir tatsächlich. Ich bezahle sehr oft dafür, ich meine dafür leben wir doch in einer Service Gesellschaft. Die Menschen dienen nicht nur mir, sondern sich selbst, weil sie ja dafür entlohnt werden. Ich habe sogar eine Putzfrau, bekomme wöchentlich neue Handtücher, aller zwei Wochen neue Bettwäsche. Was will Mann mehr.

Achja richtig, all das macht zwar das Leben einfacher, aber ist nicht immer billig und glücklich macht es auch nicht. Es beruhigt, weil man weiß, dass man sich auf Menschen verlassen kann. Generell habe ich zu Menschen ein seltsames Verhältnis, auch hier kommen die Extreme durch. Entweder ich mag jemanden, oder ich mag ihn nicht. Dazwischen gibt es nicht viel. Warum auch sollte ich emotional an Leute herantreten, die ich nur halb mag oder sowas. Macht für mich keinen Sinn. Umgekehrt ist es wohl auch so. Ich glaube es gibt niemanden der mich so irgendwie halb mag oder sowas. Mich kann man nur hassen oder lieben, auf welche Art auch immer. Diese Extreme machen mein Wesen aus. Entweder ich lebe etwas oder ich lasse es, zumindest war es früher so. Damals, bevor ich die Kontrolle verlor. Langsam kommt das alles zurück, ich sehe mich öfters in der Rolle des Beobachters. Auch bekomme ich wieder mehr Kontrolle über meine Gedanken. Klingt als sei ich auf einem guten Weg. Und dann ist da noch dieses Buch, das ich gerade lese. Ich weiß nicht mehr, wann ich zum letzten Mal ein Buch wirklich gelesen habe, aber das hier ist gut. Es ist einfach geschrieben, literarisch sicher keine Meisterleistung, aber es ist ehrlich und treu verfasst zum Thema. Ich mag es, nicht nur weil Sie es mag, einfach weil es wirklich gut ist und ich zur männlichen Hauptfigur im Geiste tatsächlich Parallelen zu mir sehe. Dabei geht es nicht nur um Äußerlichkeiten, denn da könnte ich nicht mit der Romanfigur mithalten, es geht eher um das surreale und unterschwellige. Es geht schlichtweg um die Kommunikation zwischen Mann und Frau. Ich sehe da immer noch das größte Problem, dass die Menschen haben. Die Kommunikation entscheidet darüber, ob Menschen miteinander können oder nicht. Kommunikation gibt es auf vielen Ebenen, und alle Ebenen können wichtig sein für das richtige Verständnis. Wenn ich unsicher bin, z.B. auf einer Couch neben einer Person, der ich zeigen möchte was ich empfinde, so sehe ich sie an und bitte nur durch meinen Blick darum, dass man mir signalisiert ich möge näherkommen oder gehen. Wenn das Signal nicht verstanden wird, oder das Signal nicht in der Form kommt, die ich verstehen kann, so endet das in einem Fiasko. Selbst das Schreiben einer SMS kann zum Chaos führen, wenn emotionale Inhalte nicht mit den passenden Emoticons oder Anmerkungen versehen sind. Sehr viele Ehen und Beziehungen scheitern auf Grund mangelnder Fähigkeit miteinander zu kommunizieren. Mimik, Gestik, Sprache, Schrift, alles gehört zusammen. Allerdings muss für eine gesunde Kommunikation auch die Bereitschaft bei beiden Seiten dazu vorhanden sein. Miteinander reden ist das Wichtigste. Mimik, Gestik und Schrift dienen als ergänzende Mittel der Kommunikation. So, nun erstmal abschalten und etwas selbst verwöhnen.

5.10.12 12:36
 
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